Heiteres Fotoraten

Wenn die Polizei nach einer Tat einen bestimmten Täter überführen will, dann macht sie mit Zeugen oft sogenannte “Wahllichtbildvorlagen”. Es gibt einen Verdächtigen und den Zeugen werden ein paar Bilder vorgehalten. Danach soll der Zeuge sagen ob er auf diesen Bildern den Täter wiedererkannt hat.

Heutzutage läuft dies mit “virtuellen Vergleichsbildern”. Früher hat man einfach Bilder von anderen, schon fotografierten Tätern aus anderen Sachen genommen und den Zeugen unter die Nase gehalten. Heute sind es in der Regel sieben künstliche Fotos und das echte des Beschuldigten. Blöd ist nur, dass die künstlichen Fotos meist arg künstlich aussehen. Wenn ich eine Akte auf den Schreibtisch bekomme, in der eine Wahllichtbildvorlage gemacht wird und den Beschuldigten vom Ansehen her nicht (mehr) im Kopf habe (oder es einen Mitbeschuldigten betrifft), mache ich mir immer den Spaß und errate, welches das echte Foto ist. Die Trefferquote ist hoch. Irgendwann werde ich den Beweisantrag stellen, dass es aus gesichtspsychologischer Sicht (gibt es sowas?) naheliegend ist, automatisch auf das einzig echte Foto zu zeigen, egal, wer der wahre Täter ist ...

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