Fußball-WM 2018 – Vor dem Ball rollt schon der Rubel

Ein dickbebrillter Wirtschaftsweiser mit Zeigestock vor einer Kurventafel, auf der die BIP-Kurve Russlands, an einem Fußball klebend, in den rechten oberen Winkel schnellt – so zeichnet eine russische Wirtschaftzeitung die Erwartungen an die übernächste WM. Der Hintergrund: eine Studie, die derzeit herumgereicht wird, sieht eine Auswirkung auf das Brutto-Inlandsprodukt von über 500 Mrd. Rubel (immerhin über 12 Mrd. €). Auf dem Arbeitsmarkt sollen im Zuge der WM über 800.000 neue Stellen entstehen.

Was sich fantastisch anhört, hat durchaus reale Hintergründe. Für die WM müssen – offensichtlich – Stadien gebaut werden. 16 Projekte gibt es derzeit; 13 Stadien sollen es nach der Endauswahl werden. Wert: ca. 4 Mrd. €. Das ist allerdings nur der Anfang, denn die Stadien werden über den gesamten europäischen Teil Russlands (und eventuell mit Jekaterinburg auch darüber hinaus) liegen. Die Mannschaften werden erhebliche Strecken reisen müssen, und mit ihnen die Fans. Die Voraussetzungen dafür sind aber nicht gegeben: Eisenbahnstrecken müssen gebaut, Flughafenkapazitäten erheblich vergrößert und Hotels erst einmal erstellt werden. Die gängigen Schätzungen zum Finanzierungsvolumen schwanken zwischen ca. 60 – 110 Mrd. €.

Beschränkt man sich – um das Thema greifbar zu machen – nur auf den Bau der Sportstätten, ergibt sich aktuell folgendes Bild: Die Städte, die sich als Austragungsstätten bewerben, stehen derzeit im Auswahlwettbewerb. Bis zum Sommer 2012 soll eine Kommission aus FIFA-Funktionären und dem eigens geschaffenen russischen Organisationskomitee die Bewerberstädte besuchen und die Tauglichkeit der Bewerbungen prüfen. Im Herbst soll dann die Auswahl getroffen werden. Dann werden die Spielstätten feststehen. Und dann werden auch die Bauplanungen konkret werden.

Man sollte meinen, Russland kenne das schon: Schließlich wird soeben die Olympiade 2014 in Sotschi vorbereitet. Die Bauprojekte gehen in die Endphase ...

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