„Wer bürgt, wird gewürgt“ – Existenzgründung und Bürgschaft

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: die Kreditverhandlungen für den Existenzgründungskredit sind erfreulich weit fortgeschritten, die Bank hält Ihr Businesskonzept nebst –plan für realistisch und Erfolg versprechend.

Dann bringt die Bank das Thema „Sicherheiten“ auf den Tisch. Ihnen geht es wie vielen Existenzgründern – Sachsicherheiten sind keine (oder jedenfalls zu wenig) vorhanden. Damit bleibt als Sicherheit nur eine Bürgschaft, entweder des Gesellschafters / Geschäftsführers der neu gegründeten bzw. noch zu gründenden Gesellschaft oder von außerhalb der Gesellschaft stehenden Personen, z.B. Ehegatten oder anderer Verwandten.

Die Bank wird die Übernahme einer Bürgschaft häufig als „reine Formalität“ bezeichnen, die lediglich „der guten Ordnung halber“ und „standardmäßig“ abgegeben werden müsse. Bei diesen Aussagen ist jedoch Vorsicht geboten, die Bürgschaft kann existenzgefährdend werden.

Folgen einer wirksamen Bürgschaftserklärung Wird eine wirksame Bürgschaftserklärung abgegeben, steht der Bürge gemäß § 765 BGB dafür ein, dass der Hauptschuldner (z.B. die GmbH) die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gläubiger (in der Regel die Bank) erfüllt. Mit anderen Worten: zahlt der Hauptschuldner nicht, wird der Bürge auf Zahlung in Anspruch genommen. Er haftet mit seinem gesamten Vermögen. Das kann so weit führen, dass zur Alterssicherung vorgesehenes Vermögen wie Lebensversicherungen oder Immobilien zwangsweise verwertet werden. Selbst Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen in bestimmten Grenzen der Pfändung.

Das Gesetz sieht zwar in § 771 BGB vor, dass der Bürge die Befriedigung des Gläubigers verweigern kann, solange nicht der Gläubiger eine Zwangsvollstreckung gegen den Hauptschuldner ohne Erfolg versucht hat (Einrede der Vorausklage) ...

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