Besser gar nichts sagen beim Verkehrsunfall

Nach einem Bericht der Bergedorfer Zeitung fuhr ein Autofahrer am sehr frühen Karfreitag auf dem Curslacker Heerweg gegen einen Baum, das Fahrzeug überschlug sich und blieb auf der Straße liegen. Gegenüber der Polizei gab der Fahrer an, eingeschlafen zu sein. Ein entgegenkommender Autofahrer konnte gerade noch bremsen. Dem Unfallfahrer sei nicht viel passiert, heißt es weiter, aber sein Wagen habe nur noch Schrottwert. Alkohol sei nicht im Spiel gewesen.

Möglicherweise Straßenverkehrsgefährdung

Natürlich reicht solch ein kurzer Bericht nicht, um den Fall wirklich rechtlich beurteilen zu können. Aber es kann gut sein, dass sich der Fahrer mit seiner Aussage zum Einschlafen selbst und ohne Not in Teufels Küche gebracht hat. Er hätte sich dann dann übermüdet an das Steuer gesetzt und damit eine der in § 315c StGB aufgezählten “Todsünden eines Autofahrers” begangen. Denn auch bei Übermüdung liegt ein “geistiger oder körperlicher Mängel” (§ 315c Abs. 1 Nr. 1b StGB) vor, der daran hindert, einen Wagen sicher zu führen.

Weitere Voraussetzung für § 315c StGB ist dann noch die Gefährdung “eines anderen Menschen” oder “fremder Sachen von bedeutendem Wert.” Bei dem entgegenkommenden Autofahrer dürfte entgegen dem ersten Anschein keine “Gefährung eines anderen” vorgelegen haben. Sie wird in der Rechtsprechnung nur angenommen, wenn tatsächlich eine Verletzung erfolgt ist oder wenn sie nur durch Zufall, durch ausgesprochen glückliche und unvorhersehbare besondere Umstände vermieden wurde. Da der andere Autofahrer immerhin noch und vermutlich ohne besonderere Fahrkünste oder Zufälle rechtzeitig bremsen konnte, dürfte das hier nicht der Fall sein.

Aber der Baum dürfte reichen, selbst wenn nur seine Rinde beschädigt wurde. Ein “bedeutender Wert” wird ab € 750,00 angenommen, und das schafft ein Baum allemal. Das gleiche gilt auch für den tatsächlichen Schaden an einem Baum bei einer Kollision, auch wenn das oft auf einen gewissen Unglauben stößt ...

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