Bittere Pillen

Hikma, Ribosepharm, Zyo Pharma, Oncosachs. Sie wissen, was das ist? Dann sind Sie entweder Patient im onkologischen Therapiefeld, Arzt, Apotheker, Mitarbeiter in pharmazeutischem Berufsfeld oder………….Staatsanwalt. In Dresden, München, Hamburg, Erfurt, Mannheim. Dort wird Berichten zufolge ermittelt wegen Scheinstudien, angeblichen Beraterverträge, illegalen Importen nicht zugelassener Arzneimittel aus Argentinien und anderem mehr. Nachzulesen ist das hier. Und ins Auge fällt neben anderem wieder einmal, wie weit zeitlich die Praktiken zurückreichen, zu denen ermittelt wird. Bis ermittelt wird. Bis sie öffentlich werden. Bis – wie im Bericht geschildert – zB eine Krankenkasse anscheinend dazu Auffälligkeiten zum Anlass nimmt, Strafanzeige zu erstatten. Bei einem Teil der Ermittlungsverfahren lesen sich die Berichte, als seien Ärzte schon für die Finanzierung ihrer Praxishompage bestechlich: So soll den Berichten zufolge (siehe hier und dort) “Ribosepharm unter anderem Krebsärzten in der ganzen Republik über eine zwischengeschaltete Firma die Praxis-Homepage finanziert haben”

In Hamburg ermittle die Staatsanwaltschaft nicht nur diesem Bericht zufolge gegen Verantwortliche des Krebsmittelherstellers Zyo Pharma wegen des Verdachts der Ärztebestechung. Die Firma soll über sogenannte “Wissenschaftliche Kooperationsvereinbarungen” hohe Beraterhonorare an Ärzte gezahlt haben. Zyo Pharma bestreite , dass es sich bei den Beratungsverträgen um Scheinverträge gehandelt habe. Der Geschäftsführer der Firma habe einer ehemaligen Mitarbeiterin, die sich der Polizei als Zeugin zur Verfügung stellte, in einem Brief gedroht: “Dein Ende ist nahe.”

Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, habe dem Magazin bestätigt, ermittelt würde wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit auch gegen 47 Krebsärzte aus mehreren Bundesländern. Sie sollen bis 2008 vor allem «Mietzuschüsse» von Oncosachs kassiert haben ...

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