Wir hofieren unsere Angeklagten und ...

Wiedermal bin ich unterwegs im Bundesgebiet. Zur Strafverteidigung. Und nun wieder mal an einer Berufungskammer in der Pfalz. Ich hetzte morgens früh aus dem Haus, kalkuliere einen möglichen Stau und die einhergehende Verzögerung brav ein und fahre rechtzeitig los. Da erinnere ich mich an meinen Ausbilder im Referendariat. Herr Oberstaatsanwalt H. pflegte immer zu sagen und zu mahnen "Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Preussen Pünktlichkeit". Das prägte Herr Oberstaatsanwalt in jeder Lehrstunde ein. Egal ob Preusse oder Bayer oder sonst wer. Jeder Referendar hatte zu gehorchen. Und siehe da: Es funktionierte. Vielleicht lag dieses Pflichtbewusstsein auch daran, dass zu meiner Zeit noch 18 Monate Wehrpflicht fast unumgänglich waren. Ein jeder der beim Bund war, weiß , dass Unpünktlichkeit massive bestraft werden würde. Und zwar als Bestrafung für die gesamte Gruppe. Und das war gut so. Denn dann hatte es funktioniert. Aber wieder zu jetzt und gleich. Ich habe Zeit zu bloggen. Denn die Angeklagte erschien nicht zur Terminstunde, sondern teilte dem Geschäftszimmer mit, den Zug nicht rechtzeitig erreicht zu haben. So in der Art halt. Frau Angeklagte bat darum, doch wenigstens eine Stunde zuzuwarten. Nun ja. Ich mache diesen Job schon recht lange. Aber das dies keine ordnungsgemäße Entschuldigung ist, wird jedem einigermaßen verständlichen Juristen klar sein. Aber egal. Hey, wir sind Dienstleister. Ich frage also den Vorsitzenden, ob das hier in der Pfalz als ordnungsgemäße Entschuldigung ausreichend sei ...Zum vollständigen Artikel

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