Haftgrund der Fluchtgefahr

Ein Haftrichter konnte mal wieder nicht anders, leider musste er zu seinem größten Bedauern einen Haftbefehl verkünden, weil die Höhe der zu erwartenden Strafe eindeutig für Flucht sprechen würde. Er wird diese Begründung um die Ohren bekommen, vom Landgericht, spätestens vom Oberlandesgericht.

Der Haftgrund der Fluchtgefahr kann nur dann vorliegen, wenn auf Grund bestimmter Tatsachen bei Würdigung der Umstände des Einzelfalles eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Annahme spricht, der Beschuldigte werde sich dem Strafverfahren entziehen, als für die Erwartung, er werde am Verfahren teilnehmen (OLG Köln StV 1994, 582 sowie 1996, 382 und 1997, 642; OLG Karlsruhe StV 2001, 118, 119; OLG Koblenz StV 2002, 313, 314 f; Herrmann, Untersuchungshaft, Rn 684 f). Diese Abwägung bedarf einer eingehenden Überprüfung und letztlich im Falle der Bejahung der Fluchtgefahr einer eingehenden Begründung.

Die Fluchtgefahr muss sich bei objektiver Betrachtung mit verständigen Erwägungen aus bestimmten Tatsachen ableiten lassen. Eine bloß schematische Beurteilung ist hierbei zu vermeiden; vielmehr muss die Fluchtgefahr den konkreten Umständen des Einzelfalles entnommen werden ...

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