Wi(e)der Hakenkreuze

Es ist ein Kreuz mit dem Hakenkreuz (Vergebung für die Plattitüde).

Das Tragen eines Hakenkreuzes ist strafbar, ob es nun recht- oder linksherum dreht (§ 86a StGB). Dass es sich moralisch auch verbietet, aus mehr Gründen, als hier Platz haben, lassen wir mal beiseite.

Trotzdem kommen Hakenkreuze im Arbeitsleben vor. In einer überbetrieblichen Bildungseinrichtung für Bauberufe hat ein Lehrling (Sorry: Auszubildender) seine neu erworbenen Fähigkeiten genutzt, um ein Hakenkreuz aus Blech zu basteln (wie das so ist, hätte er für die Arbeit rein handwerklich eher eine 3- kassiert) und den Unterrichtsraum unserer Mandantin damit zu schmücken. Er ist darauf hinausgeflogen. Dummer Junge oder Gesinnungstäter?

Beim Schlichtungsausschuss herrschte darüber schnell Klarheit: Er brachte seinen gemütlich aussehenden Stiefvater mit, der uns erläuterte, ohne mit der Wimper zu zucken, dass das Hakenkreuz kein Nazisymbol sei (wer denkt an so was). Es stünde in der „nordischen“ Mythologie für die Sonne (im Norden, ja sicher). Er wollte gar nicht mehr aufhören zu reden und ich hätte ihm fast Umberto Ecos Klassiker („Einführung in die Semiotik“) geschenkt. Der rückgratlose Schlichtungsausschuss konnte sich trotzdem nur dazu durchringen, gar kein Votum abzugeben – statt die Kündigung durchzuwinken. Soll sich doch das Arbeitsgericht damit herumschlagen. Da ging er als nächstes hin ...

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