Acht Personen in einer 64 qm Mietwohnung

Alleine die Überbelegung einer Mietwohnung mit acht Personen auf 64 qm ist für eine ordentliche Kündigung durch den Vermieter nicht ausreichend. Es müssen noch andere Umstände, wie zum Beispiel das verstärkte Abnutzen oder eine Beschädigung der Wohnung, Störungen der übrigen Hausmitbewohner, etc. hinzutreten.

Das hat das Amtsgericht Stuttgart in dem hier vorliegenden Fall eines Streits um die Räumung und Herausgabe einer Mietwohnung entschieden. Die Klägerin vermietete eine 3-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss eines Hauses mit Vertrag vom 9. Februar 2005 an den Beklagten. Dieser zog dort mit seiner Ehefrau und zwei Kindern ein. Zwischenzeitlich bekamen die Beklagten vier weitere Kinder, so dass sie nun mit sechs Kindern in der 64,30 qm Wohnung leben. Die Kinder sind 11 Jahre, 8 Jahre, 5 Jahre, 3 Jahre, 2 Jahre sowie 11 Monate alt. In den Monaten August 2010, September 2010 sowie Oktober 2010 bezahlte der Beklagte den jeweiligen Mietzins nicht, weshalb mit Schreiben vom 07.10.2010 die L. GmbH, die für die Klägerin die Mietvertragsverwaltung geschäftsbesorgend erledigt, gegenüber dem Beklagten die außerordentliche fristlose Kündigung erklärte.

Mit der Klageschrift vom 25.10.2010, dem Beklagten zugestellt am 04.11.2010, erklärte die Klägerin erneut die außerordentliche fristlose Kündigung gegenüber dem Beklagten Ziffer 1 sowie hilfsweise die ordentliche Kündigung wegen Zahlungsverzugs zum 31.05.2011. Am 24.11.2010 bezahlte der Beklagte an die Klägerin einen Betrag in Höhe von 2.207,36 EUR. Zum Zahlungszeitpunkt war auch der Mietzins für November 2010 noch nicht beglichen. Der Betrag, der ohne Leistungsbestimmung bezahlt wurde, entsprach einem Betrag von vier Monatsmieten. Die Klägerin erklärte daraufhin mit Schreiben vom 30.12.2010 den Zahlungsanspruch für die Mieten August 2010 bis Oktober 2010 für erledigt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK