Ayurveda mal feurig

Mit einem nicht gerade alltäglichen Problem musste sich der 8. Zivilsenat des Saarländischen Oberlandesgerichts herumschlagen (Urteil vom 23.3.2012, Aktenzeichen 8 U 570/10 – 158) : Muss der Hersteller eines – auch für ayurvedische Anwendungen verwendeten – Sesamöls darauf hinweisen, dass bei der Behandlung von Textilien, die nicht ausreichend gereinigt wurden, im Wäschetrockner die Gefahr der Selbstentzündung von Sesamölrückständen besteht?

Nach Auffassung der Richter besteht diese Pflicht allenfalls für die Hersteller der Wäschetrockner und nicht für die Hersteller des Sesamöls.

Was war geschehen: In einer ayurvedischen Praxis war ein Feuer ausgebrochen. Nach Auffassung der Brandversicherung war das Feuer auf eine Selbstentzündung der Sesamölrückstände zurückzuführen. Die mit Sesamöl verunreinigten Textilien waren nur mit einem haushaltsüblichen Waschmittel gewaschen worden und dann in einem Wäschetrockner behandelt worden.

Eine Haftung nach § 1 Abs. 1 ProdHaftG scheidet aus, da es sich bei den durch den Brand beschädigten Sachen ausschließlich um solche handelte, die deren beruflichen Gebrauch dienten. Zunächst hatte das Gericht festgestellt, dass einmal nicht nachgewiesen sei, dass die Selbstentzündung überhaupt Brandursache war und dass auch nicht nachgewiesen sei, dass ausgerechnet Ölrückstände des von der Beklagten gelieferten Öls sich – wenn überhaupt – entzündet hätten. aber selbst wenn man davon ausginge, bestünde nach Meinung des Senats keine Haftung nach § 823 Abs. 1 BGB unter dem Gesichtspunkt des Produkthaftungsgesetzes ...

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