Warum haften Eltern nicht für ihre Kinder?

“Eltern haften für ihre Kinder” – so lautet die wohl bekannteste Haftungsfloskel in Deutschland. Aber stimmt das? Im Jurastudium lernt man in der Deliktsrechtsvorlesung, dass es so nicht stimmt. Wollen wir mal der Sache auf den Grund gehen.

Nach § 832 BGB besteht eine Haftung des Aufsichtspflichtigen aus vermuteten Verschulden, wenn die aufsichtsbedürftige Person einem Dritten Schäden zufügt. Die Aufsichtspflicht der Eltern ergibt sich aus dem Gesetz, §§ 1626, 1631 BGB.

Das Gesetz sagt hier, dass die Eltern zwar haften, aber die Haftung dann nicht eintritt, wenn die Eltern den Entlastungsbeweis führen können. Sie müssen darlegen und beweisen, dass sie ihrer Aufsichtspflicht ausreichend Rechnung getragen haben.

Was ausreichende Aufsicht ist, sagt das Gesetz nicht. Man kann aber davon ausgehen, dass die Eltern den Kindern einen eigenen Entwicklungsfreiraum geben müssen, indem sich die Kinder eigenständig ohne die unermüdliche Aufsicht entwickeln. Andererseits, müssen die Eltern besonders auf solche Kinder aufpassen, ihrem Alter und Charakter nach nicht selbständig genug sind.

Die Rechtsprechung prüft im Einzelfall, ob ein für das Alter normal entwickeltes Kind auch bei Berücksichtigung seiner Eigenheiten selbständig genug ist (vgl. Urteile des BGH von 24.03 ...

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