51 pöbelnde Krimi-Autoren

51 der Tatort-Autoren haben sich jetzt in einem offenen Brief an Grüne, Piraten, Linke und die Netzgemeinde gewendet, um ihrem Ärger mit den Internet-Usern Luft zu machen. Leider kommt kein besonders überzeugender Brief heraus. Eine Analyse der Legitimationskrise in der sich das Urheberrecht – oder besser gesagt die Rechteverwertung – möglicherweise befindet, fehlt. Vielmehr kommen diffuse Anschuldigungen heraus bei denen man nicht so Recht weiß, wogegen sich die Krimi-Autoren wenden.
"Wie überhaupt der ganze Diskurs über das Netz und seine User einen hohen Ton anschlägt und damit die Banalität von Rechtsverstößen kaschiert oder gar zum Freiheitsakt hochjazzt. Die Grundrechte der Urheber bzw. der von ihnen beauftragten Rechteinhaber aber werden dagegen marginalisiert: Zum Beispiel das Grundrecht auf geistiges Eigentum"
Schon im Ansatz unklar und für die sachliche Diskussion zu allgemein sind Satzteile wie "der ganze Diskurs über das Netz", "Banalität von Rechtsverstößen" oder "die Grundrechte der Urheber". Man kann nur ahnen, wen oder was die Krimi-Autoren erreichen wollen. Um gleich dem vermuteten Hauptpunkt entgegenzutreten: Ich bin mir sicher dass Niemand der sich ernsthaft damit auseinandersetzt, das Urheberrecht als solches abschaffen will. Ich bin aber auch sicher, dass nicht das Internet sondern die derzeitige gesetzliche Ausgestaltung und vor allem die Praxis der Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten Teile des Problem sind. Die Autoren haben allerdings zu einem gewissen Grad Recht, wenn sie sagen dass ein historischer Kompromiss zwischen Urhebern und Usern ansteht. Ich denke nur dass zu einem Kompromiss möglicherweise auch der Verzicht auf eigene Rechtspositionen gehört. Diese Bereitschaft legt der Brief jetzt, sagen wir mal, nicht gerade nahe ...Zum vollständigen Artikel

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