Europäisches und deutsch-französisches Gesellschaftsrecht – Richtlinie sieht eine Reduzierung der Verwaltungs- und Buchhaltungspflichten vor

Der Rat der Europäischen Union hat am 21. Februar 2012 einen Richtlinienentwurf verabschiedet, der Kleinstunternehmen von bestimmten finanziellen und buchhalterischen Informationspflichten befreien soll. Frankreich hat sich für die Erleichterung von Verwaltungspflichten für Mikrounternehmen ausgesprochen. Deutschland war dem Entwurf seinerseits noch wohlgesinnter und hätte die Grenzen gerne noch weiter nach oben angesetzt, um so viele Unternehmen wie möglich einzubeziehen.

Die neue Richtlinie modifiziert die vierte Buchhaltungsrichtlinie 78/660 vom 25. Juli 1978 über den Jahresabschluss von Gesellschaften bestimmter Rechtsformen. Die Richtlinie sieht im Europarecht vor, dass die Mitgliedstaaten ein Unternehmen von finanziellen und buchhalterischen Informationspflichten befreien können, wenn dieses zum Abschlußstichtag des Geschäftsjahres zwei der drei nachfolgend genannten Kriterien nicht überschreitet:

Eine Bilanzsumme von Eur 350.000,00; Nettoumsatzerlöse von Eur 700.000,00; Eine durchschnittliche Anzahl von zehn Beschäftigten innerhalb des Geschäftsjahres.

Die Mikrounternehmen könnten, je nachdem, wie die Richtlinie von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt wird, von der Verpflichtung ausgenommen werden, die Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktiv- und Passivseite auszuweisen und so die Buchhaltungsinformationen auf Schlüsselelemente reduzieren, die eine minimale Transparenz ermöglichen würden.

Die Kleinstunternehmen könnten darüber hinaus von der Verpflichtung befreit werden, einen Anhang zu ihrem Jahresabschluss zu erstellen. Außerdem können sie von den Mitgliedstaaten von der allgemeinen Offenlegungspflicht entlastet werden, sofern die in der Bilanz enthaltenen Informationen bei einer zuständigen Behörde hinterlegt werden.

Der Wunsch, die Verwaltungsbelastungen für Unternehmen zu verringern, besteht jedoch nicht nur auf europäischer Ebene ...

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