“Das wird verdammt teuer für Sie, Herr Anwalt!

Es gibt Verteidigungen, da verdienst du als Anwalt nichts dran. “Pro bono” nennt man das auf Neuhochdeutsch. Manchmal bringt man auch Geld mit, um verteidigen zu dürfen. So, wie zum Beispiel im Hamburger Piratenverfahren, das jetzt schon mehr als 16 Monate dauert und für mich auch wegen der großen Entfernung zu einem opulenten Zuschussgeschäft geworden ist. Ein somalischer Pirat, der aus dem Elend heraus seine Taten begangen hat und dann ein paar tausend Kilometer weg von der Heimat verschleppt worden ist, kann halt keinen Anwalt bezahlen. Schlimmer wird´s, wenn du im Rahmen der Verteidigertätigkeit auch noch mit Strafen belegt wirst, wie mir das jetzt bei einem neuen Mandat droht. Den Mandanten kenne ich schon schon von früher, auch wenn ich mich nicht so recht daran erinnere. Er versichert mir aber, dass ich ihn schon vor rund 20 Jahren verteidigt habe, und dann wird es ja wohl stimmen. Deshalb ist er wiedergekommen, er war damals wohl zufrieden mit mir.

Der Mann redet ununterbrochen. Er erklärt mir seinen Fall, rattert wie ein Maschinengewehr, hat rechtlich schon alles ausgelotet, weiß genau, was Sache ist. “Jetzt passen Sie mal auf”, sage ich, nachdem ich 5 Minuten lang seinem Redeschwall standgehalten haben. “Ich passe immer auf”, antwortet er wie aus der Pistole geschossen, “das kostet Sie einen Euro!” ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK