Gläubigervergleich statt Insolvenzverfahren

Ich erlebe es immer wieder in den ausführlichen Erstberatungsgesprächen, dass es zur Schuldenregulierung einen anderen – für alle Beteiligten, auch den Gläubigern besseren und schnelleren Weg gibt. Sowohl bei Selbständigen (Einzelunternehmer, GbRs) und Freiberuflern (Ärzte, Architekten) als auch bei gescheiterter Selbständigkeit sind die Aussichten der Gläubiger, in einem Insolvenzverfahren eine nennenswerte Zahlung zu erhalten dermaßen schlecht, dass auch von dort die Durchführung einer außergerichtlichen Regulierung in vielen Fällen auf große Akzeptanz stößt. Bei GmbHs und Aktiengesellschaften bedarf es eines Runden Tischs und die im Falle einer bereits eingetretenen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung ist wegen der Insolvenzantragspflicht eine außergerichtliche Einigung ausgeschlossen – es sei denn, die fälligen Zahlungsverpflichtungen können über kurzfristige Stundungen aufgeschoben werden.

Es hat sich bei den Gläubigern herum gesprochen, dass die durchschnittlichen Quoten bei Insolvenzverfahren bei rund 3-5% liegen und in den allermeisten Insolvenzverfahren von Selbständigen und Privatinsolvenzverfahren gar keine Quote herauskommt. Bei Vorträgen über Gläubigerrechte in der Insolvenz höre ich jedes Mal von frustrierenden Erfahrungen bei dem Versuch, in der Insolvenz die eigenen Forderungen noch in Form einer Quote teilweise zu erhalten. Die Insolvenzverfahren dauern oft mehrere Jahre und am Ende werden zunächst die hohe Vergütung vom Verwalter entnommen und für die Gläubiger bleibt oft nichts übrig ...

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