Verkehrsunfall: Sachverständigenkosten jetzt teilbar?

Rechtsanwalt Sven Danzeglocke

Wenn es zu einem Verkehrsunfall kommt, steht für die Unfallbeteiligten in vielen Fällen sofort fest, wer Schuld hat: Der Andere. Irgendwie stimmt es ja auch oft, denn tatsächlich tragen häufig alle Unfallbeteiligten ein Stück dazu bei, dass ein Unfall passiert. Wenn die rechtliche Wertung in diesen Fällen nicht zu einer Alleinhaftung eines der Beteiligten führt, wird gequotelt. Die Kosten für die Beseitigung des eingetretenen Schadens werden also zwischen den Parteien entsprechend der jeweiligen Mithaftung aufgeteilt. Beim Fahrzeugschaden war dies allgemein anerkannt. Allerdings gibt es auch Schadenspositionen, bei denen man durchaus diskutieren kann, ob diese nicht auch im Fall einer eigenen Mithaftung von der Gegenseite in voller Höhe zu erstatten ist. Bekanntestes Beispiel: Die Kosten des Schadensgutachtens. Einige Gerichte haben die Auffassung vertreten, der Geschädigte könne diese Kosten auch bei einer Mithaftung in voller Höhe ersetzt verlangen. Argument: Selbst wenn der Geschädigte letztlich nur einen Teil seines sonstigen Schadens ersetzt bekommt, ist es zunächst einmal erforderlich, den ganzen Schaden bewerten zu lassen. Denn erst wenn man weiß, wie hoch der Schaden ist, kann man unter Berücksichtigung der Haftungsquote ermitteln, in welcher Höhe ein Schadensersatzanspruch gegeben ist. Das Argument lässt sich hören, wenn auch die Haftpflichtversicherer hier relativ schwerhörig sind.

Jetzt hat der Bundesgerichtshof (BGH) diese Frage abschließend geklärt ...

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