Vaterschaftsenteignung und Verfassungsbeschwerdeenteignung?

Wie fänden Sie es, wenn – sagen wir mal – der Bundesgerichtshof oder das Bundesarbeitsgericht (oder eines der anderen Bundesgerichte) als Revisionsinstanzen oder gar das Bundesverfassungsgericht im Rahmen seiner verfassungsrechtlichen Befassung mit einem am Ende des ausgeschöpften Rechtswegs stehenden Urteil sowas sagen würde wie

“Das Bundesverfassungsgericht ist darüber hinaus überzeugt, dass die Instanzgerichte die jeweilige Situation in beiden Fällen bestüüüümt sorgfältig geprüft hatten. Folglich lag in keine Verletzung von Artikel (….) Grundgesetz vor.”

Was für eine ge[n]i[a]le Idee, oder !? Und doch vüüüüül eleganter, als die Idee, alsbald im Wege der Gesetzesänderung Karlsruhe per “Mutwillensgebühr” von ein paar Tausend Verfassungsbeschwerden zu befreien. Und sich damit der Kritik nicht nur Herrn Prantls auszusetzen, sondern auch des Populus, der sich erdreistet, die Senate zunehmend mit Verfassungsbeschwerden zu behelligen, die dort als zuuuu störend wahrgenommen werden, um sie wie bisher ganz einfach step by step abzuarbeiten. Im Elfenbeinturm der Wissenschaft.

Elfenbeinturm? Hatte das Bundesverfassungsgericht nicht jahrzehntelang den noblen Ruf, eben gerade nicht aus einem solchen heraus zu urteilen?

Und: Elfenbeinturm der Wissenschaft ? Ja – denn irgendwie hat sich der Anteil der Richter im und am Bundesverfassungsgericht offenbar empfindlich, vielleicht zu (?) empfindlich erhöht, die nicht aus den Instanzen dorthin berufen wurden, sondern aus der Wissenschaft. Glaubt Prantl jedenfalls. Und so reagiert man dort, beim BVerfG, allmählich bissl empfindsam und empfindlich mit Überlegungen der Verfahrensabwehr. Und möglichen gesetzlichen Schritten, um diese zu bewerken. Statt in der Sache die Verfahrenserledigungen auch unter Zunahme der Verfahrenszahl zu bewirken. Sei es durch Ablehnung. Oder sonst inhaltlich ...

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