Der Kampf um jeden Monat - alle Jahre wieder beim OLG

Der Sohn legte im Juli 2010 das Abitur ab. Im Zeitraum vom 22.09.2010 bis31.07.2011 leistete er ein freiwilliges soziales Jahr im medizinischen Bereich ab und erzielte hierbei ein bedarfsdeckendes Einkommen.

In der Zeit vom 01.08. bis 20.08.2011 nahm der Sohn an einem Rettungshelferlehrgang teil, der werktäglich von 8.00 bis 17.35 Uhr stattfand und mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung abschloss.

Seit dem 01.10.2011 macht er nun eine dreijährige Ausbildung zum Krankenpfleger, mit der er die weitere Wartezeit bis zur Zuteilung eines Studienplatzes für das von ihm angestrebte Studium der Humanmedizin überbrücken will. Im Rahmen seiner Ausbildung erhält der Antragsteller eine bedarfsdeckende Ausbildungsvergütung.

Für August und September 2010 verpflichtete das OLG Karlsruhe den Vater zur Zahlung von Unterhalt (Beschluss v. 14.06.2011 - 2 UF 7/11).

Für August und September 2011 bekommt Sohnemann keinen Unterhalt (OLG Karlsruhe v. 08.03.2012 - 2 WF 174/11)

Eine Phase der Erholung war dem Antragsteller insoweit nicht zuzugestehen. Eine Zeit der Erholung und der Orientierung ist dem volljährigen Kind grundsätzlich nur nach Abschluss der Schulausbildung zuzugestehen. Denn es entspricht dem Gebot der Rücksichtnahme, dass die Eltern ihrem sich in einer bedeutenden Umbruchphase befindlichen Kind während einer nur kurzen Interimszeit zwischen dem Ende der Schulzeit und dem Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums Unterhalt gewähren, wenn ihnen dies wirtschaftlich ohne größere Schwierigkeiten möglich ist. Eine von den Eltern finanzierte Erholungsphase zwischen anderen Sequenzen des Lebenswegs ist dem volljährigen Kind dagegen grundsätzlich nicht zuzugestehen ...

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