Väterrechte II: Auch Russlands Armee darf nicht Gender Stereotyping betreiben

Die andere bedeutetende Entscheidung des heutigen Tages zum Thema Rechte von Vätern ist ein Fall aus Russland. Genau genommen geht es weniger um die Rechte von Vätern als um die von Männern oder, noch genauer, um die von Menschen generell, nicht wegen ihres Geschlechts diskriminiert zu werden.

Der Fall dreht sich nur um eine Vaterschaft, nämlich die des Klägers Konstantin Markov, der Soldat war in der russischen Armee, bis er ein Kind bekam und Vaterschaftsurlaub haben wollte. Bei der russischen Armee gibt es aber nur Mutterschaftsurlaub.

Child-Carers and Breadwinners

2010 hatte eine Kammer ihm Recht gegeben und die bisherige Rechtsprechung des Gerichtshofs, dass beim Mutterschaftsurlaub die Diskriminierung von Vätern in den Einschätzungsspielraum der Mitgliedsstaaten falle, aufgegeben. Das bestätigt jetzt die Große Kammer mit Nachdruck:

The Court agrees with the Chamber that gender stereotypes, such as the perception of women as primary child-carers and men as primary breadwinners, cannot, by themselves, be considered to amount to sufficient justification for a difference in treatment, any more than similar stereotypes based on race, origin, colour or sexual orientation.

Dazu sah sich die Große Kammer durch die Einlassung der russischen Regierung herausgefordert, die sich auf zwei Argumente stützte:

Firstly, according to modern scientific research, there existed a special biological and psychological connection between the mother and the newborn child. The mother’s presence and care during the first year of the child’s life was particularly important. It was therefore in the child’s interest that the mother took parental leave. Secondly, given that there were few women in the army, their absence from service would have no impact on fighting capacity ...

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