Netzstabilität – Heilige Kuh oder goldenes Kalb?

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Seit der so genannten Energiewende (oder eher Stromerzeugungswende) ist ein Begriff wieder ins Zentrum des Bewusstseins gerückt, der lange vergessen war: die Netzstabilität. Sie war in Deutschland nur für Fachleute aus der Netzwirtschaft ein Thema, der Rest der Energiewelt und der Bevölkerung nahm sie als gottgegeben hin. Mit dem Ausbau der eneuerbaren Energieneinspeisung in bevölkerungsarmen Regionen und dem Abschalten von Kernkraftwerken in bevölkerungsreichen Gegenden ist es augenscheinlich geworden, dass der Transport von Strom über weite Strecken keine triviale Aufgabe ist. Die Frage, die sich nun aber stellt, ist: Ist die Netzstabilität die neue heilige Kuh der Energiewirtschaft oder nur ein goldenes Kalb?

Beschäftigt man sich ernsthaft mit dem Thema Netzstabilität, fällt auf, dass man über ganz verschiedene Dinge spricht. Technische Begriffe wie Frequenzstabilität oder Spannungsstabilität tauchen genauso auf wie der der Versorgungssicherheit. Für unsere Zwecke soll es genügen, Netzstabilität ganz simpel zu begreifen: Die Transportfähigkeit des Übertragungssystems soll auch bei außergewöhnlichen und/oder unvorgesehenen Ereignissen intakt bleiben, so dass Glühbirnen, Waschmaschinen, Computer, Maschinen und Fabriken ununterbrochen funktionsfähig bleiben. Damit ist die Netzstabilität ein wichtiger Faktor der Versorgungssicherheit. Damit letztere vorliegt, muss aber nicht nur der Transport gewährleistet sein, sondern es sollte auch noch genügend Energie für alle Verbraucher zur Verfügung stehen. (So weit jedenfalls die Theorie.)

Große Lösungen – kleine Lösungen

Wenn die Netzstabilität zum Problem wird, braucht es Lösungen. Uneins ist man sich derzeit nur, ob man große oder kleine Lösungen braucht. Die große, zentrale Lösung besteht darin, Deutschland und Europa mit den so genannten Stromautobahnen zu überziehen. Diese neuen Höchstspannungstrassen könnten z. B ...

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