Montessori-Therapie als Eingliederungshilfe für behinderte Kinder

Geistig behinderte Grundschüler können die sogenannte Montessori-Therapie im Einzelfall vom Sozialamt im Rahmen der Eingliederungshilfe bezahlt bekommen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Behandlung für das behinderte Kind erforderlich ist und im Bereich der Schule die pädagogische Arbeit der Lehrer nur unterstützt, urteilte am Donnerstag, 22.03.2012, das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel (AZ: B 8 SO 30/10 R).

Die Montessori-Therapie geht auf die italienische Reformpädagogin und Ärztin Maria Montessori zurück. Ziel der Montessori-Behandlung ist, das Kind zu mehr Selbstständigkeit und Selbstverantwortlichkeit heranzuführen. Dazu lernt es unterschiedliche Formen zu begreifen, Zusammenhänge zwischen Zahlen zu erkennen oder auch erste Buchstaben zuzuordnen. Letztlich soll das Kind besser alltägliche Lebenssituationen bewältigen können. Die Behandlung wird insbesondere bei geistig behinderten Kindern oder Kindern mit motorischen und Konzentrationsstörungen angewandt.

Im vor dem BSG verhandelten Fall hatten die Eltern ihrer 1998 geborenen geistig und sprachbehinderten Tochter eine Montessori-Einzeltherapie durchführen lassen. Die einstündige wöchentliche Behandlung hatte das Ziel, dass das Kind besser dem Schulunterricht folgen kann ...

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