Zeugnis des Unrechts

Mein Kollege berichtete hier bereits vom Querulanten als Gruppe bestimmter Personen, die sich vor Gericht oftmals nicht sachdienlich einlassen. Vielleicht als Untergruppe gibt es dann noch den ewigen Rechthaber, dem ich heute begegnen durfte. Sein Kurzprofil: Der Rechthaber ist mit sich selbst im Reinen. Er weiß, er hat den moralisch höheren Stand, aus reiner Toleranz nimmt er am Prozess teil. Zeugen braucht er nicht, auch sonst sind Beweisanträge überflüssig. Er weiß selbst, wie es gewesen und wie es nicht gewesen ist und das ohne Fehl! Ein Richter, der sich um Gehör für beide Seiten bemüht und versucht, den Sachverhalt aufzuklären, wird nur müde belächelt. Der Rechthaber ist nicht selbst Anwalt, doch braucht er vor Amtgerichten ja auch keinen - um so besser, die paar Gesetze hat er alle schonmal durchgelesen. Ja, ich denke, ungefähr so darf man ihn (oder selbstverständlich auch sie) einschätzen. In dieses Muster passen dann auch Äußerungen, die etwa so klingen:
Richter: Die Zeugen waren meiner Ansicht nach ziemlich glaubwürdig, ich sehe auch keinen Grund, warum sie hier lügen sollten. Wenn man die Aussagen wertend betrachtet, komme ich derzeit wohl eher zu einer Klageabweisung. Wollen Sie sich dazu irgendwie äußern?
Rechthaber/Kläger: Ich weiß nunmal, wie es gewesen ist, ich erinnere mich sehr genau ...
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