Versäumnisurteil oder Entscheidung nach Aktenlage?

Dass im Zivilverfahren sofort und vollständig alle Verteidigungsmittel gegen eine Klage vorzubringen sind, ist bereits gesetzlich normiert, wie es sich im Übrigen auch durchaus eingebürgert hat, bei Verletzung dieses Grundsatzes und den sich daraus ergebenen Nachteilen die Flucht in die Säumnis anzutreten, d. h. bei einem Gerichtstermin nicht zu erscheinen, worauf im Regelfall ein sogenanntes Versäumnisurteil ergeht.

Gegen dieses wiederum ist dann der Einspruch zulässig und im Rahmen des Einspruchsverfahrens all das vorbringbar, was bis zur mündlichen Verhandlung hätte vorgetragen werden müssen oder nicht vorgetragen wurde.

Die dabei noch entstehende Folge, dass mit diesem Versäumnisurteil bereits eine Forderungsbeitreibung realisiert werden kann, kann zwar unangenehm sein, jedoch nicht so unangenehm, wie das Verlieren des Prozesses wegen nicht rechtzeitigem, d. h. sodann verspäteten, Vorbringen in der Sache selbst.

Diese Übung ist im anwaltlichen Prozessbetrieb ebenso verbreitet wie die vorgefassten Entscheidungsrichtlinien des Richters, bei Nichterscheinen einer Partei im Termin automatisch davon auszugehen, dass die erschiene Partei dieses Versäumnisurteil beantragt ...

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