Erstes Plaudern über den Jihad

Die Robe des GBA: Preis und Währung unbekannt

Am Montag war Prozessauftakt in Koblenz im Verfahren gegen Ahmad Sidiqi. Es war ein interessanter Tag: Nach Verlesung der Anklage begann der Angeklagte, sich zu seiner Person zu äußern. Er erzählte überwiegend offen und meist sehr detailreich aus seinem Leben und schilderte die Zeit bis zu seiner Ausreise als Teil der „Hamburger Reisegruppe“ in die afghanisch-pakistanischen Stammesgebiete. Diese Teileinlassung setzte sich am Dienstag fort. Der Prozess fand in der für den Senat fast schon typischen Mischung aus guter Vorbereitung und rheinland-pfälzischer Lockerheit statt – jedenfalls am ersten Tag. Und man erfuhr sportliche Details zu Osama Bin Laden, die Vorsitzende spendierte generös eine Flasche Mineralwasser, ein Terror-Florian wurde gesucht und die Verteidigung befürchtete, sich über den Fehlern der Anklage zu verzetteln. All das wurde von einem früheren Generalbundesanwalt ummantelt. Doch der Reihe nach:

Der Angeklagte wurde in Hand- und Fußfesseln vorgeführt, wie es in Koblenz aufgrund der baulichen Gegebenheiten als notwendig angesehen wird. Das Interesse anderer Medien war größer, als bei den bisherigen Al Qaida-Verfahren in Koblenz. Sogar von der Anklagebank aus wurde ein Foto für das Familienalbum die Ermittlungsakten gemacht.

Bundesanwalt Bernd Steudl und Oberstaatsanwalt beim BGH Dr. Ullrich Schultheis trugen die Anklage vor: Ahmad Sidiqi sei die Mitgliedschaft in den Terrororganisationen Al Qaida und „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU) vorzuwerfen. Er habe als Teil der Hamburger Reisegruppe in den „Jihad” ziehen wollen, eine Terrorausbildung bei der IBU und Ala Qaida gemacht, sei von Scheich Younis al Mauretani für noch nicht näher bestimmte Operationen in Europa ausgesucht und trainiert, doch vor seiner Rückreise nach Deutschland durch US-Militär festgenommen worden ...

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