Bargeldübergabe ohne Beleg

Es besteht kein Anspruch auf Rückzahlung einer angelegten Geldsumme, wenn der Beklagte seine Pflichten aus den von der Klägerin erteilten Aufträgen nicht verletzt hat. Hat der Beklagte nicht als Anlagevermittler oder Anlageberater gehandelt, kann die Klägerin auch keinen Schadenersatz verlangen, denn Schadenersatz aus Befolgung eines Rats oder einer Empfehlung kann grundsätzlich nicht beansprucht werden.

Mit dieser Begründung hat das Landgericht Coburg in dem hier vorliegenden Fall einer Klage auf Auskunft über den Verbleib von angeblich angelegten 9.600,00 Euro und deren Rückzahlung nicht stattgegeben. Die Klägerin, ihr Ehemann und der spätere Beklagte besuchten gemeinsam im Jahr 2007 eine Veranstaltung über Finanzanlagen. Danach beauftragte die Klägerin den Beklagten 5.000,00 Euro in die beworbenen Zertifikate anzulegen. Dafür übergab die Klägerin dem Beklagten 5.000,00 Euro in bar. In den Jahren 2008 und 2009 wurden jeweils weitere 1.150,00 Euro zu diesem Zweck bar übergeben. Die Klägerin behauptete über diese Beträge hinaus zweimal jeweils weitere 1.150,00 Euro an den Beklagten übergeben zu haben. Der Beklagte habe sich auf ihre Anfragen hinsichtlich des Verbleibs des Geldes nicht gemeldet. Sie müsse davon ausgehen, dass er das Geld für sich verwendet habe.

Der Beklagte erwiderte darauf, dass er die beabsichtigte Geldanlage regeln sollte, weil nur er einen Internetanschluss besessen habe. Er habe das von der Klägerin erhaltene Bargeld eingezahlt und wie besprochen die Zertifikate gekauft. Hierfür habe er Überweisungsbelege. Die Klägerin habe darüber hinaus ein Beteiligungszertifikat bekommen. Auch hinsichtlich der zwei Zahlungen von 1.150,00 Euro habe er Einzahlungs- und Überweisungsbelege. Nach seinem Kenntnisstand habe die Klägerin sogar Zahlungen aus den Geldanlagen erhalten ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK