Posse in Rostock

Die geheime Hochschulverfasssung (*) von Mecklenburg-Vorpommern kennt den „studentischen Prorektor“. Er ist eine Art Studentenvertreter im Leitungsgremium der Universität. Seine Rechtsstellung ist recht kompliziert, wenn man so will. Er wird gewählt, bekommt in seiner Amtszeit aber vom Rektor Aufgaben „zugewiesen“ (in Rostock gem. § 20 der Grundordnung). Mehr geben die Rechtsquellen nicht her.

In Rostock wurde Heiko Marski zwar zum studentischen Prorektor gewählt, aber Aufgaben mochte man ihm nicht zuweisen. Anscheinend wurde er zu einer Klage gegen die Universität provoziert, nicht etwa, weil er kein Geld bekam, sondern gerade weil er welches bekam: Die Uni überwies ihm ohne Rechtsgrundlage eine „Aufwandsentschädigung“ für seine „ehrenamtliche“ Tätigkeit als Prorektor. Daraufhin fielen Finanzamt, Sozialkassen und wer weiß noch wer über ihn her, die das für eine Arbeitsvergütung hielten. Gut, dachte der Prorektor sich so, dann klage ich mir eben ein Arbeitsverhältnis ein. Ihr wollt es ja nicht anders haben.

Das Arbeitsgericht in Rostock darf man nicht unterschätzen. Es ist die volle Härte gewöhnt, von der Bagger- Bugsier- und Bergungsrederei in den 90ern bis zu betriebsverfassungsrechtlichen Streitigkeiten – kaum etwas, was man an der Küste nicht schon angepackt hat. Herrn Marski hat man jetzt aber abgewiesen – ein Arbeitsverhältnis lässt sich nicht aus einer Bestallungsurkunde und der hochschulrechtlichen Stellung schließen (sagt der Direktor des Arbeitsgerichts, Sander, in seinem Urteil). Da mag man ihm beipflichten ...

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