Interview: Unternehmen in der Ehekrise

Gerät die Ehe in Schieflage, kann die private Krise rasch auf das von einem oder beiden Ehepartnern betriebene Unternehmen ausstrahlen. Worauf es im Falle der Scheidung ankommt, hat die Redaktion bei Sunder-Plaßmann Loibner & Partner nachgefragt.

Scheitert die Ehe, stellt sich im Hinblick auf die Aufteilung des ehelichen Vermögens die Frage nach dem Schicksal eines zum Vermögen eines oder beider Ehegatten gehörenden Unternehmens. Die Rechtslage scheint auf den ersten Blick eindeutig: Sachen, die zu einem Unternehmen gehören und Anteile an einem Unternehmen, die nicht der bloßen Wertanlage dienen, unterliegen nicht der Aufteilung, bleiben von der Scheidung also unberührt. In der Praxis ist die Abgrenzung zwischen privatem Vermögen und Unternehmensvermögen oft schwierig und wild umstritten. Fehldispositionen können teuer kommen. Redaktion: Warum sind Unternehmen von der Vermögensaufteilung im Falle der Scheidung ausgeschlossen? SUNDER-PLASSMANN: Zweck ist es, Unternehmen und damit Arbeitsplätze durch eine Scheidung des Unternehmers nicht zu gefährden.

Redaktion: Was fällt alles unter ein Unternehmen? SUNDER-PLASSMANN: Ein Unternehmen ist eine auf Dauer angelegte Organisation wirtschaftlicher Tätigkeit. Darunter fallen zB Unternehmen von Freiberuflern, Arztpraxen, Handwerks- und Industriebetriebe, aber auch Landwirtschaften. Auf die Größe kommt es nicht an.

Redaktion: Wo kann es Abgrenzungsschwierigkeiten geben? LOIBNER: Das fängt bereits bei der Frage an, ob ein Unternehmen vorliegt. Die Vermietung eines Zinshauses gilt zB als Unternehmen, womit das Zinshaus aus der aufzuteilenden Vermögensmasse fällt. Schwieriger wird es schon bei der Vermietung von mehreren Vorsorgewohnungen, die, wenn ihre Verwaltung einen gewissen Organisationsgrad aufweist, ebenfalls als zu einem der Aufteilung entzogenen Unternehmen werden können ...

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