In dem Urteil ist aber alles drin: Gewährleistung beim Pferdekauf

Heute bin ich zufällig auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 24.4.2011 (Aktenzeichen I-19 U 162/10) gestolpert. Ein Fall, in dem aber alles drin ist.

Der Kläger hatte vom Beklagten, einem Pferdehändler, am 18.3.2006 ein Pferd für 35.000 € gekauft. Nach dem Kauf stellte sich heraus, dass das Pferd webte und eine Operation mit Verbleib einer Operationsnarbe hinter sich hatte. Das Kaufvertragsformular hatte der Kläger offenbar von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Allerdings hatte er das Vertragsformular für Verkäufe unter Privatleuten erwischt. Dort war die Gewährleistungsfrist auf 3 Monate verkürzt. Außerdem war ein Kaufpreis nach übereinstimmendem Willen nicht eingetragen worden, allerdings war der Betrag von 35.000 € unstreitig. Mehr als ein Jahr nach dem Kauf machte der Kläger Mängelgewährleistungsansprüche geltend. Danach erlitt das Pferd eine Kolik und verstarb.

Der Kläger macht in dem Klageverfahren die Rückzahlung des Kaufpreises geltend sowie Aufwendungsersatz für Beritt und Unterbringung des Pferdes.

Dem hat das Landgericht im wesentlichen stattgegeben. Die Berufung des Beklagten blieb weitestgehend erfolglos.

Zunächst einmal hatte ein Sachverständiger die Operationsnarbe als Mangel angesehen. Die Operation eines Pferdes stelle einen wertbildenden Faktor da, mit der der Käufer nicht rechne. Sie beinhalte die Gefahr weiterer Erkrankungen, z.B. Verwachsungen oder Verklebungen. Sie führe zu einem Minderwert des Tieres zwischen jedenfalls 10-30 %, was zusammengefasst eine negative und unübliche Beschaffenheit darstelle, so der Senat. Ob das Weben des Pferdes einen Mangel darstelle, ließ der Senat dahinstehen.

Auch sei Verjährung der Gewährleistungsansprüche nicht eingetreten ...

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