Reutlinger Showeffekte

Der Kampf eines Reutlinger Jugendrichters gegen Facebook ist nicht gerade ein Aushängeschild für die deutsche Justiz. So demonstriert man keine Schlagkraft. Das hatte ich schon neulich angemerkt. Nun geht die Sache weiter, und das Gericht macht dabei in bewährter Weise keine gute Figur.

Zuletzt hatte der Richter mangels eigener Erfolge die Idee entwickelt, der angeklagte Jugendliche solle sich seine Daten von Facebook selbst besorgen. Damit war der Betroffene, nach anfänglichem Zögern, auch einverstanden. Aber, oh Wunder, selbst der Angeklagte hatte bis zur jüngsten Verhandlung keine Post von Facebook gekriegt, wie der Reutlinger Generalanzeiger berichtet.

Eigentlich sollte der Richter fast froh darüber sein, dass Facebook auch seinem Nutzer bislang die kalte Schulter zeigt (wobei leider nicht berichtet wird, ob und was der Angeklagte wirklich bei Facebook eingefordert hat). Schließlich würde er ja noch düpierter da stehen, wenn das böse soziale Netzwerk ihn angeblich im Regen stehen lässt, seinen Nutzer aber prompt mit Daten bedient.

Anscheinend ist der Richter nach wie vor der Auffassung, er könne Facebook mit höflichen Mails zur Herausgabe von Kundendaten bewegen. Im eingangs verlinkten Artikel habe ich erklärt, warum das eine peinliche Selbstüberschätzung ist. Facebook verhält sich genau richtig, indem man dem Richter zwar mit “warmen Worten” antwortet, aber die Kundendaten nicht herausrückt ...

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