„Gute Arbeit. Faire Löhne“ – Die SPD (Saarland) beutet kräftig aus

Dieser Vorwurf ist das Leitmotiv des Saarskandälchens, das die Saarbrücker Zeitung „aufgedeckt“ hat (unter Zuhilfenahme der BILD). Denn für den Wahlkampf müssen auch bei der SPD Plakate gedruckt werden. Das ist bei der SPD Saar aber in Polen geschehen – auf den Plakaten steht der Slogan „Gute Arbeit. Faire Löhne“. Ver.di hat darauf gleich ein paar Presserklärungen rausgedrückt. 30% weniger als ein saarländischer Drucker verdiene der Pole. Auch nach mehrmaligem Lesen der Artikel in der SaarZ (hier ein Blogbeitrag von RA Braune – Recht & Mediation) bleibt zudem der Eindruck haften, dass es sich für eine deutsche Partei nicht nur deshalb als unschicklich erweist, im Ausland drucken zu lassen. „Peinlich, Peinlich“ titelt man allgemein. Wer wollte da nicht schmunzeln?

Zeit, am Wertesystem aller Beteiligten zu operieren.

Überraschend ist zum einen folgendes Verteidigungsvorbringen der SPD, das wir als wahr unterstellen:

“Es gibt im Saarland keine Firma, die größere Stückzahlen im Offsetdruck fertigen kann.”

Aha. Dann war es vielleicht gar nicht so dumm, da drucken zu lassen, wo man es kann (in Polen). Das ist natürlich alles auch kein Zufall. Die Druckindustrie war mal eine „Industrie“, eine mächtige dazu. Einst legten ihre Streiks das Land lahm, die Drucker auf den Barrikaden, das hieß z.B., keine Zeitungen mehr, das politische Leben erlahmte. Lang ist es her: Der Drucker als Beruf ist in eine Nische verschwunden. Kinderbücher zum Auffalten in 3D, mit Sauriern und Ballerinas, werden längst in China produziert. Ursprünglich aus Kostengründen. Aber wie in der Atomindustrie gilt (bitte, nicht übelnehmen…): Mit der Abwanderung schrumpfte auch die inländische Kompetenz. Es kann kaum noch einer (warum auch, es gibt ja auch keine Aufträge). Das gilt für Offsetdruck ebenso wie für AKWs, ob es nun gefällt oder eben nicht.

Dreißig Prozent unter Tarif: Das ärgert ver.di ...

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