Gewalt in der Erziehung auf dem Rückzug (lt. Forsa-Studie)

Heute wurde eine Forsa-Studie, in Auftrag gegeben von der Zeitschrift Eltern veröffentlicht.

Auf Spiegel-Online ("Fast die Hälfte der Eltern schlägt ihre Kinder") und Stern-Online ("Haue und Ohrfeigen: Die Hälfte der Eltern schlägt zu") sind die Überschriften wenig ermunternd, aber im Wesentlichen irreführend.

Denn wenn man sich die Umfrageergebnisse anschaut, kann man eigentlich wieder nur den anhaltenden kulturellen Wandel der Erziehungsmethoden bestätigt sehen, der sich auch in solchen Umfrageergebnissen niederschlägt. Noch vor einem Jahrhundert war die Prügelstrafe in Deutschland nicht nur verbreitet, sondern normal im wörtlichen Sinne: Sie entsprach der "Norm" in der Kindererziehung.

Heute ist sie kulturell so weit zurückgedrängt, dass die dpa-Journalisten die Umfrage schon verfälschen müssen, um das von ihnen wohl erwünschte Ergebnis zu generieren:

So heißt es bei Stern-Online:

Berlin (dpa) - Ein kräftiger Schlag auf den Po oder eine schallende Ohrfeige: Nach einer repräsentativen forsa-Umfrage rutscht rund der Hälfte der Eltern in Deutschland bei der Erziehung noch immer die Hand aus.

In der Originalfrage von Forsa ist aber von "kräftig" oder "schallend" gar nicht die Rede:

Wenn Sie jetzt einmal an die letzten 12 Monate denken: Wie häufig ist es in dieser Zeit vorgekommen, dass Sie Ihr Kind/Ihre Kinder mit folgenden Maßnahmen bestraft haben?

Klaps auf den Po Ohrfeige Hintern versohlen mit Stock o.ä. versohlen

Zudem ergeben sich höhere Zahlen von annährend 50% nur bei der geringsten Häufigkeitsstufe (1-2mal in den letzten 12 Monaten).

Nun will ich keineswegs einen Klaps auf den Po verharmlosen, zumal selbst dieser bei 4/5 der Eltern ein schlechtes Gewissen verursacht, aber die Tendenzen zur gewaltfreien Erziehung sind eindeutig zu erkennen:

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