Rechtsanwälte und Mediatoren – Konkurrenz oder Synergie?

Mediatoren und Rechtsanwälte sehen sich oft (noch) als Konkurrenten um dieselben Kunden (Trennungs- und Scheidungskandidaten, Firmen etc.). Muss das sein oder herrschen hier eher Vorurteile vor, die auf der Unkenntnis dessen, was der jeweilige andere macht, beruhen?

Tatsache ist, dass durch das Mediationsgesetz, wenn es denn einmal in Kraft tritt, die Mediation in Deutschland einen deutlichen Schub erfahren wird. Rechtsschutzversicherungen setzen bereits seit einiger Zeit auf Mediation und bieten ihren Versicherungsnehmern teilweise sogar Vorteile wie etwa Verzicht auf Selbstbeteiligung, wenn sie ein Mediationsverfahren durchführen. Auch die Rechtsanwälte werden sich mit der Mediation vermehrt auseinandersetzen müssen, da in § 253 Abs. 3 ZPO dann auch in der Klageschrift die Angabe enthalten sein soll, ob der Klageerhebung der Versuch einer Mediation oder eines anderen Verfahrens der außergerichtlichen Konfliktbeilegung vorausgegangen ist, sowie die Äußerung dazu, ob einem solchen Verfahren Gründe entgegenstehen.

Tatsache ist aber auch, dass beide, sowohl Mediatoren als auch Anwälte, zum Teil befürchten, die jeweils andere Profession will ihnen die Kunden und die Mandate streitig machen. Dabei kann Mediation zu einem Synergieeffekt für die Professionen führen.

Die Mediatoren brauchen die Rechtsanwälte, um streitige Rechtsfragen zu klären oder zumindest die rechtlichen Stellungnahmen zu erhalten. Einer der Kernsätze der Mediation ist, dass die Mediationsparteien informiert sein müssen, damit sie ihre Recht und Interessen selbstbestimmt wahrnehmen können. Daher gehört in den meisten Bereichen der Mediation dazu, dass die Konfliktbeteiligten anwaltlich beraten sind. Selbst ein juristischer Mediatior kann insoweit nicht die Beratung eines Parteianwalts ersetzen. Die Beratung soll ja parteilich sein, während der Mediator neutral sein muss ...

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