Verkehrsunfall: Auch Sachverständigenkosten unterliegen der Quotelung

In den letzten beiden Jahren Jahr sind v.i.e.l.e Beiträge geschrieben worden mit dem Tenor, daß nach einem Verkehrsunfall die Kosten eines Sachverständigen auch bei Mitverschulden des Geschädigten in vollem Umfang zu erstatten sind. Das war ein geradezu revolutionärer Gedanke!

Gängige Praxis war es, daß bei einem Mitverschulden auch die Kosten des Sachverständigen (nur) nach der Haftungsquote zugesprochen werden. Dann errangen einige Anwälte abweichende Gerichtsurteile. Das Argument für den vollen Kostenersatz ließ sich zunächst durchaus hören. Der Sachverständige sei schließlich nur eingeschaltet worden, um die Kosten zu ermitteln, die der Unfallgegner zu übernehmen hat. Damit handele es sich um notwendige Kosten der Schadenbeseitigung, die dann auch in vollem Umfange zu übernehmen seien.

So recht überzeugend war das aus meiner Sicht allerdings nicht. Der Kostenaufwand des Sachverständigen ist regelmäßig an der Höhe des Schadens ausgerichtet, so daß der Mitverschuldensanteil des Geschädigten auch die Kosten des Sachverständigen beeinflußt. Warum sollte also das Mitverschulden hier unberücksichtigt bleiben?

Ein Urteil des AG Siegburg, in dem – vermeintlich revolutionär – die Sachverständigenkosten trotz Mitverschuldens in voller Höhe zugesprochen wurden, bezog sich dann auch auf einen Sachverhalt, in dem der Sachverständige ausdrücklich nur ein “Mindestgrundhonorar” abgerechnet hatte, ohne also die Schadenshöhe zu berücksichtigen ...

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