Warnschussarrest – Und ist der Ruf erst ruiniert, so lebt’s sich völlig ungeniert!

Jetzt soll er also tatsächlich kommen. Der Warnschussarrest.

Das seit langem als unerlässlich angesehene Instrumentarium zur wirkungsvollen Erziehung von jugendlichen Straftätern soll nun „endlich“ gesetzlich verankert werden.

Bei einem Treffen der Koalitionsspitzen aus CDU/CSU und FDP wurde vor kurzem beschlossen, dass der sog. Warnschussarrest eingeführt werden wird. Aber was bringt es einem jugendlichen Täter in den Genuss des Warnschussarrestes zu kommen?

„Warnschuss“- Das klingt für mich erst mal wie ein eindringlicher Hinweis, dass eine Grenze überschritten wurde und bei nochmaligem Übertritt eine „richtige“ Konsequenz folgen wird. Also doch eigentlich gar keine schlechte Idee.

„Arrest“- In der öffentlichen Wahrnehmung habe ich den Eindruck ist das Wort weit weniger negativ behaftet als das Wort Gefängnis oder einfach Knast. „Arrest“ scheint für die Öffentlichkeit eine Art Stubenarrest in einer staatlichen Einrichtung zu sein, bei dem der böse Bube mit erhobenem Zeigefinger die Konsequenzen seine Tuns aufgezeigt bekommen soll und durch kurzzeitigen Freiheitsentzug dazu gebracht werden wird, selbstständig über seine Taten nachzudenken und im Wege eigener Läuterung sein Fehlverhalten einzusehen, um in Zukunft einen anderen Weg einzuschlagen. Auch das hört sich doch gar nicht so schlecht an…

Aber „Warnschuss“ hat leider in der Praxis nichts mit einem eindringlichen Hinweis zu tun, sondern bietet dem von einem solchen Arrest Betroffenen vor allem die Möglichkeit, sich mit ebenfalls straffällig gewordenen Jugendlichen über das bis dahin Geleistete auszutauschen. Der Warnschuss kann im Gegenteil zu seiner Idee des eindringlichen Einwirkens, zu einer Förderung von Kriminalität verunglücken.

Und ein „Arrest“ hat in der Praxis leider wenig mit einem In-Sich-Kehren zu eigenständiger Läuterung zu tun. Arrest in seiner jetzigen Form bietet den Jugendlichen die Möglichkeit schon mal im Knast gewesen zu sein ...

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