Strafrecht schützt auch den Gierigen und den Leichtgläubigen

Kollege Nebgen stellte hier die Überlegung in den Raum, ob es strafrechtlich vorwerfbar ist, jemandem ein gefälschtes Kunstwerk zu verkaufen, wenn der Betroffene aus Gier oder besonderer Leichtgläubigkeit heraus die eigentlich gebotene, umfassende Überprüfung der Echtheit des Kunstwerkes nicht vorgenommen hat.

Die Antwort fällt leicht: Ja, auch das ist zweifellos strafbar.

Die Rechtsprechung hat schon früh deutlich gemacht, daß auch (wenn nicht sogar: gerade) besonders leichtgläubige Menschen schutzbedürftig sind. Man betrachte etwa den sogenannten Sirius-Fall:

Der Angeklagte hatte einer Frau eingeredet, er komme von einem anderen Stern, dem Sirius. Er wolle sie als besonders wertvollen Menschen dorthin mitnehmen, wobei er ihr hierfür zunächst 30.000,- DM abschwatzte. Schließlich erklärte er ihr, daß er ihr zuvor den Körper einer Künstlerin besorgt habe, welcher in einem “roten Raum” am Genfersee auf sie warte.

Um diesen Körper zu erhalten, müsse indes ihr bisheriger Körper sterben. Damit sie in ihrem neuen Körper zudem genügend Geld zur Verfügung habe, solle sie vor dem Körpertausch eine Lebensversicherung abschließen, ihn als Begünstigten eintragen und das “Ableben” des alten Körpers so gestalten, daß es als Unfall erscheine ...

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