Gestaltungspraxis: Abschreibung von Wirtschaftsgütern im Falle von Windparks und anderen Großprojekten

• RA/StB Dr. Falko Tappen, DLA Piper • Bereits letztes Jahr - am 14.4.2011 (IV R 46/09; IV R 52/09; IV R 15/09; IV R 8/10) - entschied der BFH eine Reihe von anhängigen Verfahren, in denen es u.a. um bisher umstrittene Fragen der Besteuerung von Windparkanlagen ging, die von geschlossenen Fonds gehalten werden. Nach nunmehr einem 3/4 Jahr hat sich auch die Fachwelt mit den Urteilen ausgiebig beschäftigt. Ich möchte dies zum Anlass nehmen, die Eckpunkte jener Entscheidungen noch einmal zu betrachten. Letztlich sind es wegweisende Handreichungen des BFH, die für alle diejenigen Steuerpflichtigen von höchstem Interesse sein dürften, die an größeren Investitionsprojekten wie Windkraft- oder Solaranlagen beteiligt sind oder sich beteiligen wollen. Stichpunktartig ging es um folgende - für die Praxis überaus wichtige - Fragestellungen: Liegt bei einer Vielzahl von aufeinander abgestimmten technischen Bauteilen ein Wirtschaftsgut oder mehrere vor? Wie sind Anschaffungskosten und sofort abzugsfähige Betriebsausgaben im Falle eines den Windpark unterhaltenden Fonds zu bestimmen? Welche Bedeutung kommt den AfA-Tabellen zu und wie ist die Nutzungsdauer von Windenergieanlagen zu schätzen? I. Wirtschaftsgüter eines Windkraftfonds Ohne auf Details des Urteils eingehen zu wollen, lässt sich im Ergebnis festhalten, dass im Allgemeinen nach Ansicht der höchstrichterlichen Rechtsprechung ein Windpark aus drei Wirtschaftsgütern besteht (vgl. insbesondere IV R 52/09, Rdn. 22): Windkraftanlage, externe Verkabelung, Zuwegung. Den international verbreiteten IFRS-Komponentenansatz hält der BFH hingegen für irrelevant. Entscheidend bei der Frage, ob ein einheitliches Wirtschaftsgut vorliegt oder nicht ist allein, ob ein einheitlicher Nutzungs- und Funktionszusammenhang gegeben ist. II ...Zum vollständigen Artikel


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