Texte finden ist nicht schwer, sie zu bearbeiten umso mehr

Bei Recherchen für Berichterstattungen ist die Versuchung häufig groß, sich bereits existierender Erkenntnisse und Materialien zu bedienen und darauf stützend den eigenen Beitrag aufzubauen. Aufgrund der weitgehenden Digitalisierung der Informationsquellen ist eine Übernahme denkbar einfach und gibt dabei häufig – genauso wie die scheinbare Straflosigkeit solchen Verhaltens – den entscheidenden Anstoß.

Die Gefährlichkeit des Verhaltens ist häufig nicht klar.

Abschreiben ist verboten und teuer

Zu beachten ist nämlich stets, dass einzelne aufgefundene Inhalte auch im Online-Bereich als Sprachwerke nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG urheberrechtlichen Schutz genießen können. Die insoweit bestehenden Ausschließlichkeitsrechte geben dem Urheber die Möglichkeit, jeglicher Art unberechtigter Nutzung seines Werkes mit Unterlassungs- oder Schadensersatzansprüchen begegnen zu können. Hierbei hat der Urheber nicht nur Rechte bei der identischen Übernahme sondern auch dann, wenn der Verletzer Abwandlungen vornimmt, sich jedoch weiterhin zu nah an dem Ursprungstext befindet.

1000 € für eine DIN-A4-Seite

Die Höhe des konkret verwirkten Schadenersatzanspruchs kann im Wegen der sogenannten Lizenzanalogie festgelegt werden. Bei Übernahme journalistischer Inhalte bieten beispielsweise die von dem DJV (Deutscher Journalisten-Verband e. V.) jährlich herausgegebenen „Vertragsbedingungen und Honorare für die Nutzung freier journalistischer Beiträge“ eine Berechnungsgrundlage ...

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