Kunst am Recht

Einer verkauft dem anderen ein Gemälde, ein Kunstwerk oderwie der Insider sagt, „eine Arbeit“. Nur ist die Arbeit nicht vom angeblichenSchöpfer, sondern gefälscht, möglicherweise sogar vom Verkäufer selbst. Daspassiert mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder; der Kunstmarkt mit seinenMechanismen fordert solcherlei Gaunereien geradezu heraus. Wenn es dennGaunereien sind. Ein schönes Beispiel ist der Fall des Herrn B., dessengefälschte Werke jahrzehntelang durch die Kunstwelt geisterten. Er hat sienämlich nicht nur brillant gefälscht, sondern sich auch noch gute Legenden dazuausgedacht. Dessen Interview in der aktuellen Druckausgabe des „Spiegel“ gibteinen recht guten Eindruck, wie ich finde. Der Kollege Pohlen berichtet hierals Verteidiger eines der Mitangeklagten. Dem zugrunde liegt ein tolles Problem, mit dem sich an denGrundfesten des Betrugstatbestandes rütteln lässt. Das Problem an dieserKonstellation ist nämlich, dass alle Beteiligten profitieren, solange sie nurvon der Echtheit eines Werkes überzeugt sind. Kann man bei dieser Konstellationüberhaupt noch jemals von Täuschung reden? Und wenn ja, wie lange? Denn werfragt schon gerne nach, wenn ihm doch selbst gerade das große Geschäft winkt. Müssteer auch im eigenen Interesse aber eigentlich, insbesondere wenn auf einmaleiner mit einem bisher verschollen geglaubten Gemälde eines angesagtenExpressionisten in der Tür steht ...Zum vollständigen Artikel


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