Juraklausur in Reimform: Zum Straf- im Versmaß

Als Jura-Student lernt man ab dem ersten Semester: Klausuren sind im Gutachten-Stil zu lösen. Man hat in einer Klausur wenig Zeit, literarisch wertvoll sind die Ergebnisse daher selten.

Vor ein paar Tagen bin ich aber über Facebook auf die in Reimen gelöste Strafrechtsübung von Tobias Lutzi gestoßen. Er hat es geschafft, eine ganze Klausur in Versform zu verpacken:

Der A, der ist ein böser Wicht, doch ist er strafbar oder nicht? Zu prüfen sind drei Handlungsschritte: iPod, Rangelei und Tritte.

Diesen Stil hat er über fünf Seiten durchgezogen (Volltext als pdf hier). Grund genug, ihm ein paar Fragen per E-Mail zu schicken.

Wie kamst du auf die Idee, eine Klausur in Reimform zu verfassen?

Die Idee ist nicht neu, doch wer Jura kennt, weiß, dass ein solches Experiment, dazu zwingt, inhaltlich zu verzichten, darum wagte ich nie, zu dichten. Diesmal war mir das Ergebnis egal; die Übung im Strafrecht daher ideal.

Hast du dich im Vorfeld darauf vorbereitet?

Um zumindest ein erstes Gefühl zu bekommen, hab’ ich ein Gutachten vortags genommen und es kurz als Gedicht formuliert. Damit habe ich also gute zwei Stunden für konkrete Klausurvorbereitung gefunden und so lange ein wenig probiert. Dennoch, einen Tag später schon, fehlt’ mir der Reim jeder Definition, wie so oft, wenn die Zeit pressiert.

In Juraklausuren leidet man normalerweise unter Zeitdruck. Wie findet man da noch Zeit für ein korrektes Versmaß?

Zunächst nur durch erheblichen Inhaltsverzicht, der gelingt nur bei einfachen Fällen. Dazu Paarreime, Jamben – schwerer geht’s nicht, will man nicht seine Sprache entstellen ...

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