James Q. Wilson (1931-2012)

James Q. Wilson

Der Politikwissenschaftler und Kriminologe James Q. Wilson verstarb am letzten Freitag, den 2. März, im Alter von 80 Jahren in einem Krankenhaus in Boston.

James Q. Wilson dürfte allen Kriminologen und den meisten soziologisch geschulten Menschen als Co-Autor des 1982 erschienen Aufsatzes “Broken Windows: The police and neighborhood safety” bekannt sein.

In diesem Aufsatz vertreten die Autoren die Auffassung, dass bereits kleinere Sachbeschädigungen oder andere Zeugnisse des “sozialen Ungehorsams”(wie eine zerbrochene Fensterscheibe) zu einer Abnahme der sozialen Kontrolle führen können und damit maßgeblichen Einfluss auf eine erhöhte Kriminalitätsfurcht der Anwohner und die Entwicklung der Kriminalität als solcher haben können.

Schaubild zur Broken Windows Theory | KrimTheo.de

Als Vertreter einer strikten Policing-Strategie ist die Arbeit von Wilson keineswegs unumstritten. Während die Mehrheit der Scientific Community ab den späten 1960er Jahren für eine Konzentration auf die sog. “root causes of crime” eintraten, um die sozialen Entstehungsbedingungen von Kriminalität zu verstehen, lehnte Wilson eine solche täterzentrierte Kriminologie ab. Bereits in seinem 1975 erschienen Buch “Thinking About Crime” vertrat er die Ansicht, dass lange Haftstrafen das effektivste Mittel seien, um die Kriminalitätsrate zu senken ...

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