Verwurzelung eines Ausländers in Deutschland

Einer Verwurzelung in Deutschland steht nicht von vornherein der Umstand entgegen, dass ein Ausländer erst als Erwachsener in das Bundesgebiet eingereist ist. Hat ein Ausländer während seines langen Aufenthaltes in Deutschland keine Straftaten begangen, kommt dem öffentlichen Interesse an der wirksamen Steuerung des Zuzugs von Ausländern nur ein vergleichsweise geringes Gewicht zu.

In einem jetzt vom Verwaltungsgericht Stuttgart entschiedenen vorliegenden Fall begehrt der Kläger die Erteilung eines Aufenthaltstitels. Der 1968 geborene Kläger ist irakischer Staatsangehöriger. Er reiste am 12.03.2000 in das Bundesgebiet ein und beantragte die Gewährung von Asyl. Das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge stellte fest, dass beim Kläger die Voraussetzungen des § 51 Abs. 1 AuslG hinsichtlich des Irak vorliegen. Dem Kläger wurde daraufhin eine gültige Aufenthaltsbefugnis erteilt, die mehrmals verlängert wurde, zuletzt am 25.05.2004 bis zum 24.05.2006. Mit Bescheid vom 01.09.2004 widerrief das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge die mit Bescheid vom 27.03.2000 getroffene Feststellung, dass die Voraussetzungen des § 51 Abs. 1 AuslG vorliegen und stellte gleichzeitig fest, dass Abschiebungshindernisse nach § 53 AuslG nicht vorliegen. Die hierauf erhobene Klage wies das Verwaltungsgericht Stuttgart ab. Der Aufenthalt des Klägers im Bundesgebiet wurde in der Folgezeit geduldet. Mit Bescheid vom 04.03.2011 lehnte die Landeshauptstadt Stuttgart die Anträge auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, auf Erteilung einer Niederlassungserlaubnis sowie auf Erteilung einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG ab. Das Widerspruchsverfahren verlief erfolglos, so dass Klage erhoben worden ist.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts sind die angefochtenen Bescheide rechtswidrig und verletzen den Kläger in seinen Rechten, soweit darin die Erteilung einer humanitären Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs ...

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