Ein Richterporträt – Die Schildkröte

Quelle: SanchoPanzaXXI

Dieser Beitrag wird gemein, aber er muss einfach sein – und natürlich ist er frei erfunden; naja, jedenfalls einiges davon – könnte man glauben….

Vor ca. zwei Wochen hatte ich bei einemLandgericht in einem anderen Bundesland wieder einmal eine Begegnung der besonderen Art. Die Vorsitzende Richterin – nennen wir sie mal “Schlagendöver” – nein, wir verpassen ihr noch ein adliges “von”, nicht weil sie adelig wäre, aber dieser herrlich blasierte Gesichtsausdruck wirkt einfach adelig und kann nur das Ergebnis jahrelang gepflegter Verbitterung sein. Oder hat da ein Arzt zuviel Botox gespritzt, dass die Arme keine Miene mehr verziehen kann? Egal, nennen wir die Grand Dame “von Schlagendöver”, das passt. Sie versprüht den Charme einer griechischen Landschildkröte redet aber deutlich schneller und meistens ziemlichen Unsinn, von dem sie aber kraft Ihres Amtes überzeugt zu sein scheint. Mit ihrer arroganten Ausstrahlung steckte sie ihre armen Beisitzer und selbst die Schöffen an, deren Gesichtsausdrücke während der Verhandlung in einer erstaunlichen Metamorphose immer schildkrötenähnlicher wurden – und ich hatte keine Pilze gegessen. Kalt, unnahbar und technokratisch wickelte sie ihre Hauptverhandlung ab (wahrscheinlich wollte sie schnell nach Hause, um noch ein bisschen Botox nachzuspritzen). Einen kleinen Scherz von mir, den immerhin der nette Staatsanwalt verstand, quittierte sie mit der Bemerkung, jemand habe schon einmal aufgrund eines Scherzes bei der Flughafenkontrolle seinen Flug verpasst. Man müsse sich überlegen, wo Scherze angebracht seien. Die schon zu einem verzagten Lächeln hochgezogenen Mundwinkel der Beisitzerin und der Schöffen erstarrten übergangslos wieder zu Schildkrötenvisagen ...

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