Die verdutzten Putzfrauen mit den roten Augen oder Joints für den Stadtrat!

Quelle: Ziko

Böse Zungen behaupten, Bürgermeister Bernat Pellisa von der Partei der Republikanischen Linken habe erst einen mitgebrachten Sack mit Joints verteilen müssen. Als der süße Duft von Marihuana sich über und in die Köpfe der Stadtabgeordneten gelegt hatte und der dichte Rauch durch die Türschlitze des Gemeindesaals langsam nach draußen auf den Flur des Bürgermeisteramtes hervorkroch, gelang es ihm die konservative Opposition des Dorfes Rasquera in der katalanischen Provinz Tarragona von seinem Projekt zu überzeugen. Als die Abgeordneten spät abends – es war schon gegen 22 Uhr – gut gelaunt und von Heißhunger ergriffen aus dem Ratssaal torkelten, wären sie fast über die ansonsten fleißigen Putzfrauen gestolpert. Diese hockten in einer kleinen Gruppe direkt vor der Türe des ehrenwerten Saals. Entweder hatten sie an der Türe die zunächst zähen, aber dann immer beschwingteren Verhandlungen belauscht oder aber waren von den feinen unter der Tür hervorströmenden Dämpfen in einen anderen Zustand versetzt worden. Jedenfalls blickten sie mit weitaufgerissenen, beängstigend roten Augen zu den Abgeordneten empor und kicherten dabei ohne jeden Respekt. In normalen Zeiten hätte dies Folgen gehabt. Aber nach der erfolgreichen Krisensitzung, die die Zukunft des kleinen Dorfes retten würde, stiegen die Abgeordneten ohne weiteres Federlesen über die Damen hinweg, traten hinaus auf den Palazzo und atmeten gierig die frische Nachtluft ein. Bernat Pellisa schloss mit einem überdimensionierten Bartschlüssel die schwere Eichentür des alten Rathauses ab und hatte bereits in diesem Moment die Putzfrauen vergessen. So wurde deren respektloses Verhalten zwar nicht von der Stadtautorität geahndet, was sie sich allerdings am nächsten Morgen von ihren wutentbrannten Männern anhören konnten, als sie mit dickem Schädel nach Hause schlichen, kann man sich denken.

Okay, ich gebe es zu. Ich habe die Geschichte ein wenig ausgeschmückt ...

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