Der Arbeitsunfall und das Schwätzchen auf dem Betriebsweg

Ein Arbeitsunfall liegt auch dann vor, wenn der Versicherte einen Betriebsweg zum Zwecke eines privaten Gesprächs, in dessen Verlauf er verletzt wird, unterbricht, solange die Dauer des Gesprächs von vornherein auf eine ganz kurze Zeitspanne beschränkt sein sollte.

So die Entscheidung des Landessozialgerichts Baden-Württemberg in dem hier vorliegenden Fall, in dem die Beteiligten darüber streiten, ob es sich bei dem Unfall des Klägers am 21.08.2008 um einen Arbeitsunfall handelte. Der Kläger war im August 2008, vermittelt über die Firma R. , bei der P. Industrielackierungen GmbH und Co & KG in R. als Leasingkraft (Staplerfahrer und Produktionshelfer) eingesetzt. Dieser Einsatz endete nach dem Zeiterfassungssystem der Fa. P. am Donnerstag, den 21.08.2008, um 11:09 Uhr. Der Kläger begab sich zu Fuß auf den Weg zur ebenfalls in R. ansässigen Firma R. , um seinen weiteren Einsatz zu klären. Hierbei handelte es sich um einen Weg von mehreren Kilometern. Der Kläger wählte für die Bewältigung einen Fußweg entlang der M. Der vom Kläger gewählte Weg führte ihn an der Rückseite des Einzelhandelsunternehmens M. vorbei, bei dem er in der Vergangenheit schon gearbeitet hatte. Dort sah er seinen Bekannten, den nach wie vor beim M. beschäftigten Zeugen P. und unterhielt sich mit ihm auf dem öffentlichen Gehweg in unmittelbarer Nähe des Ladetors. Während dessen fuhr der Fahrer eines LKWs sein Fahrzeug – ohne Warnsignal – rückwärts näher an das Ladetor heran, wobei weder der Kläger noch der Zeuge P. – vertieft in das Gespräch – die sich daraus und aus ihrem Standort ergebende Gefahr erkannten. Schließlich wurde der Kläger zwischen dem LKW und dem Wandstück neben dem Ladetor eingeklemmt und schwer verletzt.

Die Beklagte lehnte die Gewährung von Leistungen ab, da kein Versicherungsfall vorliege. Die vor dem Sozialgericht Karlsruhe erhobene Klage ist mit Gerichtsbescheid abgewiesen worden. Dagegen hat der Kläger Berufung eingelegt ...

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