Bruder totgeschlagen: 10 Jahre und 6 Monate Gefängnis

„Vergeltung und Abrechnung“ waren das Motiv, als ein Winzer aus Dettelbach (Kreis Kitzingen) am Abend des 27. Januar 2011 mit brachialer Gewalt in die Wohnung seines Bruders eindrang, den 58-Jährigen vor sich hertrieb und schließlich mit einer Eisenstange erschlug. Wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung hat das Würzburger Landgericht den 55-Jährigen zu 10 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. „Das Maß war voll, er konnte die jahrelangen Demütigungen nicht mehr ertragen“, sagte der Vorsitzende des Schwurgerichts, Lothar Schmitt.

Als fünftes von sieben Kindern eines strengen Vaters kam der Angeklagte 1958 auf die Welt, trotz einer harten Kindheit und einer intellektuellen Schwäche schaffte er es, ein einigermaßen geregeltes Leben zu führen. Zumindest bis Ende Januar 2011: Da beschloss der Angeklagte, sich nach über 30 Jahren voller Spannungen und Konflikte von seinem verhassten älteren Bruder zu befreien. Während der 58-Jährige als schwerer Alkoholiker in den Tag hinein lebte, unter Betreuung stand und mit seinem Verhalten immer wieder die Polizei beschäftigte, arbeitete der Angeklagte viele Jahre lang hart und bewirtschaftete das Weingut.

Trotzdem musste er immer Hohn und Spott von Seiten des Bruders ertragen. Besonders dann, wenn sich mal wieder eine Freundin oder Ehefrau von ihm getrennt hatte. Dann ließ der Bruder durchblicken, er habe dem Angeklagten die Frau ausgespannt. Ob das in allen Fällen der Wahrheit entsprach, konnte in dem Prozess nicht geklärt werden.

Fest steht, dass der Angeklagte seinen Bruder dafür verantwortlich machte, dass sämtliche Beziehungen in die Brüche gingen ...

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