Schätzung im Steuerstrafverfahren - ein Auswuchs richterlicher Faulheit?

Die Antwort ist (leider) oft: Ja! Wir kennen das natürlich alle, die schon mal im Steuerstrafrecht unterwegs waren, insbesondere bei den Amtsgerichten. Dort sind es oft ältere, erfahrene Haudegen, die vom Richtertisch das Gefühl vermitteln wollen, im Steuerstrafrecht mache ihnen niemand etwas vor. Dann wird die Anklage verlesen, im nächsten Schritt kommt der Mitarbeiter des Finanzamtes und liest die Steuerschätzung vor, die sich schon aus der Akte ergibt, dann wird die Beweisaufnahme geschlossen, der Angeklagte je nach Lust und Laune milde oder nicht so milde verurteilt und in das Urteil wird dann das hineinkopiert, was schon in die Anklage hineinkopiert wurde, nämlich die ursprüngliche Schätzung des Finanzamtes bzw. der Fahndung. Also -leider in der Regel- kein überragendes Wissen dieser Richter sondern ausgemachte Faulheit. Ausnahmen mögen vielleicht die Regel bestätigen. Was diese faulen Exemplare hoffentlich nur nicht wissen, sonst wäre es vielleicht ganz etwas Schlimmes, was sie tun, ist, dass seit Jahren der Bundesgerichtshof gebetsmühlenartig immer wieder betont, dass diese Art der Vorgehensweise unzulässig ist. So nur als Beispiel BGH 5 StR 440/00:

Den dargelegten Anforderungen wird das angefochtene Urteil nicht gerecht ...
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