Fußgänger auf Fahrradweg

Ein Fußgänger betrat, ohne auf den Verkehr zu achten, einen Fahrradweg. Ein 14-jähriger Radfahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und traf diesen, was erhebliche Schmerzen und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte. Trotzdem erhielt der Fußgänger kein Schmerzensgeld (siehe OLG Saarbrücken, Urteil v. 29.11.2011 4 U 3/11). Nichtsdestotrotz gilt für Fahrradfahrer kein grundsätzlich uneingeschränktes Vorfahrtsrecht auf Radwegen.

© Gabi Schoenemann pixelio.de Fahrradfahrer auf Fahrradweg zu schnell?

Der Fußgänger behauptete, der junge Radfahrer sei viel zu schnell gefahren und habe dadurch den Zusammenprall verursacht. Ein Zeuge hatte gesehen, dass der Radfahrer “für sein Empfinden” mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei. Er schätze die Geschwindigkeit auf 30 km/h. Tatsächlich ist die gerichtlich geforderte Höchstgeschwindigkeit auf Radwegen unter Umständen begrenzt, auch wenn Fahrräder keine Tachometer haben müssen und keine behördliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf Radwegen besteht. So hat z.B. das Kammergericht entschieden, dass auf einem innerstädtischen 2,3 m breiten Radweg, auf dem die Sicht zur Fahrbahn hin durch parkende Autos beschränkt ist, ein Radfahrer nicht mit einer Geschwindigkeit von mehr als 25 30 km/h pro Stunde fahren darf (KG Az. 12 U 2931/83). Im vorliegenden Fall war das Gericht jedoch nicht davon überzeugt, dass der Radfahrer zu schnell gefahren war, da ihm die Aussage des Zeugen zu vage war ...

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