Die irrende Unstetigkeit des Richters

Cesare Beccaria

Im Sommer 1764 erschien in Livorno die Erstausgabe des berühmten und nicht nur für Juristen immer wieder lesenswerten Werkes von Cesare Beccaria “dei delitti e delle pene” – “Über Verbrechen und Strafen”, ein für die damalige Zeit ungeheuer modernes, aufklärerisches und von den Ideen von Bacon, Montesquieu, Hume, Helvetius und Rousseau beinflusster Appell gegen Folter und Todesstrafe und für ein gerechtes, willkürfreies, tat- und schuldangemessenes Strafrecht. Vieles von dem, was dort niedergeschrieben ist, kann ich auch heute noch uneingeschränkt vertreten, anderes ist zumindest bedenkenswert und lohnt jede kritische Auseinandersetzung. Hier eine kurze Leseprobe: “Es gibt nichts Gefährlicheres als jenes verbreitete Axiom, dass man den Geist des Gesetzes zu Rate ziehen müsse. Das stellt einen Damm dar, der unter der Strömung bloßer Meinungen bricht…. Ein jeder Mensch hat seinen Gesichtspunkt, und dieser ist anders zu anderer Zeit ...

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