Persönlichkeitsrechte auf dem Friedhof?

Google Street View ließ ganz Deutschland aufhorchen, als die Kamerawagen Straße für Straße durchfuhren und abfotografierten. Was letztlich datenschutzrechtlich eigentlich kein Thema ist, wurde zum Aufreger im Sommerloch. Das Ergebnis des Sturms im Wasserglas: Google musste eine Möglichkeit schaffen, dass die fotografierten Häuserfassaden verpixelt werden konnten. Nicht Google, aber Genealogen kamen auf eine ganz ähnliche Idee: Sie gingen auf Friedhöfe, fotografierten dort Grabstein für Grabstein und machten die Ergebnisse unter Nennung der Namen der Toten in einer Internetdatenbank öffentlich. Zwar kann man nicht so schön wie bei Google durch die Straßen und Wege fahren, aber man kann sich sämtliche Grabsteine auf diversen Friedhöfen auf Fotos anzeigen lassen. Noch sind lange nicht alle Friedhöfe Deutschlands erfasst. In der Nähe von Heidelberg finde ich in der Datenbank nur zwei Friedhöfe aus Waghäusel. Von Ackermann bis Zollt geht die Liste der Verstorbenen und ihrer letzten Ruhestätte. Wird die letzte Ruhe dadurch möglicherweise gestört? Die Neue Westfälische berichtet von Widerständen gegen das Projekt. Datenschutzrechtlich mag das alles kein Problem darstellen, da Toten keine datenschutzrechtlichen Befugnisse zugestanden werden. Gleiches gilt für das Namensrecht, das ebenfalls mit dem Tode erlischt. Auch urheberrechtlich - man denke an teilweise durchaus künstlerisch gestaltete Grabsteine - ist alles im Lot ...Zum vollständigen Artikel


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