Eigene Blödheit: Berufung verworfen, Bewährung futsch

Cannabispflanzen, Foto: Michael_w

„Das war wirklich eigene Blödheit“, bestätigte mir der Mandant heute Morgen, nachdem die Jugendkammer des Mönchengladbacher Landgerichts seine Berufung gegen ein Urteil des Jugendschöffengerichts verworfen hatte.

Erstinstanzlich war der 19-Jährige wegen Beihilfe zum schweren Raub und wegen versuchter räuberischer Erpressung zu einer Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden, die von Gesetzes wegen nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. Der aus guter Familie stammende junge Mann hatte seit seinem 15. Lebensjahr in steigendem Maße – seit geraumer Zeit täglich – Marihuana konsumiert und Schule und Arbeit sträflich vernachlässigt. Er war einige Male mit dem Gesetz in Konflikt geraten und deshalb mehrfach jugendrichterlich verwarnt und mit Arresten belegt worden.

Im April des vergangenen Jahres hatte er nach den Urteilsfeststellungen einem Kumpel, der Geld für Drogen benötigte, sein Fahrrad und eine Schreckschusspistole zur Verfügung gestellt, womit dieser eine Spielhalle überfallen wollte. Tatsächlich klappte der Überfall und der Kumpel erbeutete mehr als 1.000 Euro. Hierdurch motiviert, beschloss der 19-Jährige, selbst einen Überfall zu begehen, um an Geld für Drogen zu kommen. Ebenfalls noch im April betrat er maskiert und mit der Schreckschusspistole in der Hand einen Kiosk und forderte den Besitzer auf, das Bargeld aus der Kasse zu nehmen und in eine mitgebrachte Plastiktüte zu packen. Um die Ernsthaftigkeit der Drohung zu unterstreichen, schoss er mit der Pistole in die Luft. Der Kioskbesitzer erkannte aber, dass es sich nicht um eine scharfe Waffe handelte. Anstatt das Geld herauszugeben, warf er mit einer Getränkedose nach dem Räuber. Der schoss noch einmal in die Luft und flüchtete dann aus dem Kiosk.

Ich hatte erstinstanzlich auf eine Bewährungsstrafe von 2 Jahren plädiert und die Aufhebung des Haftbefehls beantragt ...

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